Bereits zum 6ten Mal findet die Tour de Tirol statt, in diesem Jahr mit einer Neuerung, die 3 Rennen finden alle an in Söll statt. Eigentlich Schade, da der Start an drei verschiedenen Locations einen gewissen Charme hatte, dafür ist logistisch einiges einfacher geworden.
Leider meinte es Petrus in diesem Jahr nicht gut mit uns, nach einem wunderschönen Altweibersommer, schlug das Wetter geradezu pünktlich von Donnerstag Abend auf Freitag um. Anstelle von Sonnenschein mit über 20 Grad, gab es Regen, Schnee und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt!
Zum Glück sind Läufer hart im Nehmen, so hatten sich einige Teilnehmer sogar noch am Freitag Vorort nachgemeldet und das mit dem Wissen, dass das Wetter auf keinen Fall besser werden wird, eher im Gegenteil!
Den Auftakt bot traditionell der 10km Lauf, nur nun nicht mehr in Reith im Alpbachtal, sondern direkt im Ortszentrum von Söll, es galt 3 Runden á 3,25 km plus 250 Start-Ziel Distanz zu bewältigen (pro Runde ca. 77 hm)
Zum Start um 18 Uhr hielt der Regen sogar kurz inne, und schenkte uns zumindest zu Beginn des Rennens einige trockene Minuten 
Es war bitterkalt und da ich bereits angeschlagen ins Rennen ging (leichte Verkühlung), trug dies nicht unbedingt meiner Genesung bei.
Doch einmal vom Rennfieber gepackt, lies mich das Adrenalin alle Anzeichen der Verkühlung vergessen, ich finishte mit einer Zeit von 35:42 auf dem ingesamt 22. Rang (4er Klassenrang), zufrieden fahre ich sofort nach dem Rennen nach Hause um mich so schnell wie möglich ins Bett zu legen und auszukurieren.
Dieses Jahr verzichtete der Veranstalter auf seine kenianische Armada, stattdessen wurden Trailrungrößen wie Patrick Wieser (SUI) oder Gerd Frick (ITA) eingeladen, außerdem noch 8 Athleten aus dem Scott Trailrunning Team.
Den Sieg beim Söller Zehner holte sich aber keiner der geladenen Gäste, sondern ein bis dato uns noch unbekannter Ungar mit Namen Kovacs Adam. Kovacs kommt wie der Sieger 2009 Marc Lauenstein aus der Szene der Orientierungsläufer. Jeder war gespannt ob er auch beim Marathon an Spitze laufen würde.
Samstag, Teil 2 der Tour de “Schnee”, das Wetter meinte es auch an diesem Tag nicht gut mit uns, Schneefall bis in tiefe Lagen, Temperaturen knapp über Null und Regen im Tal 
Aber Jammern macht die Sache auch nicht besser und wir sind ja alle freiwillig dabei 
Ursprünglich war geplant die Strecke nur ab Hexenwasser abzuändern, sodass nicht mehr auf die Salve gelaufen wird, sondern über Asphalt zurück nach Söll, was in etwa die gleiche Distanz gewesen wäre.
Da aber auf der Salve ca. 1m Neuschnee liegt und auch am Hexenwasser dichter Schneefall herrscht, entschied man sich die Strecke auf drei Runden aufzuteilen, jeweils von Söll auf Hochsöll (Hexenwasser) und wieder zurück ins Dorf, dies 3 Mal. Zusammen insgesamt 2100hm und 42 km.
Um 9:30 erfolgte der Startschuss für die knapp 300 unerschrockene, kälteunempfindlichen Marathonis.
Da ich die neue Strecke noch nicht kannte, ging ich das Ganze mit angezogener Handbremse an, so entschloss ich mich mit Trinkrucksack zu Laufen, in dem ich noch zusätzlich trockene Kleidung verstaute, um evtl. für den Bergablauf trockene Sachen zu haben.
Die Dorfrunde fiel ähnlich der Runde des 10ers aus, danach Richtung Bergbahn und der Rodelbahn entlang hoch bis Hexenwasser.
Der Strecke war angenehm nicht zu steil, der Weg durchwegs geschottert und schön breit.
Bei Hexenwasser gab es noch eine Sonderrunde zu absolvieren, den sogenannten Barfuß Weg, der durch ein extrem steiles bergab Stück auffiel, welches bei dem dichten Schneegestöber relativ schnell für einige zur Rutschpartie wurde.
Die 5km züruck nach Söll führten über eine asphaltierte Straße, der langer Bergablauf ging ziemlich in die Beine und für manche war dieser Teil anstregender als die bergauf Passage (mich eingeschlossen).
In Söll angekommen, machte sich schon das Gerücht breit, dass das Rennen aufgrund des stärker werdenden Schneefalls auf 2 Runden verkürzt worden sei!
Nach der Söllrunde wurde dies auch von den Streckenposten bestätigt. Ich war froh, den meine Verkühlung machte sich schon leicht bemerkbar und ich war mir nicht sicher ob meine Beine 3 mal den Downhill überstehen würden.
Also noch mal alle Reserven mobilisiert und mit voller Kraft zum Hexenwasser hoch, hier wurde auch das Barfusswegstück ausgelassen, so ging es direkt Richtung Ziel nach Söll.
Das Bergablaufen war die reinste Tortour die Waden brannten, die Knie schmerzten, nochmal die Zähne zusammenbeißen (die bei den Temperaturen eher klapperten) und durchziehen bis zum Ziel!
Geschafft, der Tee mit Rum im Zielzelt war die reinste Wohltat, er wärmte und betäubte die Schmerzen zugleich 
Für mich hieß es wieder, so rasch wie möglich nach Hause, rein in die heiße Badewanne und danach ins Bett Erkältung auskurieren.
Muskulär wäre es besser eine Wanne mit Eiswasser zu nehmen, und danach gleich eine regenerative Massage, leider musste ich bei dieser Tour auf beide Dinge verzichten, da auch meine Masseurin kurzfristig erkrankte
Die Rechnung bekam ich dann am nächsten Tag präsentiert!
Ich hatte ein brutalen Muskelkater in der Wadenmuskulatur und auch die andere Seite, die Scheinbeine schmerzten sehr. Außerdem war die Verkühlung schlimmer geworden, ich hustete und rotzte nur so vor mich hin!
Noch dazu bekam ich starkes Nasenbluten, zuerst konnte ich mir nicht erklären wie es dazu kam, ich hatte sonst noch nie Nasenbluten.
Bis meine Freundin meinte, dass hängt eventuell mit dem Inhalieren zusammen, ich dachte mir noch, dass das ziemlich stark in der Nase brennt. Aber auch hier gilt selber Schuld, man soll halt nicht Wick Vaporub welches zum einreiben gedacht ist, in Wasser zur Inhalation auflösen, vor allem wenn man es mit der Dosierung etwas übertreibt!
Zum Glück beruhigte sich die Blutung bis zum Start um 13:27 wieder. Ja richtig gelesen 13:27 der Veranstalter startete in diesem Jahr nach der aus der nordischen Kombination bekannten Gundersen Methode. Das heißt die Gesamtstarter gehen mit den Abständen aus den ersten beiden Läufen ins Rennen. Mit 27 min Rückstand auf den Ersten durfte ich auch noch 3 min vor dem Feld starten, war sozusagen der Hase
Die Streckenführung des Halbmarathons war angenehm, es kam einem nicht so verwinkelt vor, wie es auf dem Streckenplan schien. Da die Runde auch ziemlich flach ausfiel (ca. 7 hm pro Runde) handelte es sich auch um eine durchaus schnelle Strecke.
Was man dann auch an der Siegerzeit erkennen konnte. Das Rennen gewann der Seriensieger der letzten Tage, Kovacs Adam in einer Zeit von 1:08:30, Gerd Frick der 2t platzierte hatte keine Chance den Rückstand aus den ersten beiden Rennen gut zu machen, er musste sich mit Rang 2 begnügen. Ich kam als 12ter ins Ziel und war mit meiner Zeit von 1:16 mehr als zufrieden, ich konnte sogar in der Gesamtwertung noch einen Platz gutmachen und landete somit auf dem 15 Platz, somit schaffte ich es in allen 6 Jahren seit dem Beginn der Veranstaltung einen Rang unter den Top 15
zu belegen.
Diesmal wohnte ich auch der Preisverteilung bei, obwohl es körperlich immer rapider bergab ging. So verliess ich sofort nach der Preisverteilung die Veranstaltung, leider, ich hätte gern noch auf die absolvierte Tour angestossen und mich mit meine Läuferkollegen ein wenig ausgetauscht.
Es hat sich ja schon so eine Art Tour der Tirol Familie unter den Läufern gebildet, Jahr für Jahr trifft man sich, um gemeinsam, eine der schönsten heimischen Laufveranstaltungen zu bewältigen, daß das Wetter keine Rolle spielt wurde heuer bewiesen.
Nochmals Gratulation und Dank an Martin Kaindl und seinem gesamten Team, die das beste aus den widrigen Bedingungen gemacht haben und uns Läufern eine top organisierte und familiere Veranstaltung boten. Da qäult man sich doppelt gerne
Ich freue mich schon auf die Tour 2012 hoffentlich wieder bei Kaiserwetter und einem besseren körperlichen Zustand!
Abschließend bleibt nur zu sagen “Schnee” wars